Ein ganz besonderer Stammtisch. Oder: Was ist eine Foodcoop?

Unser Stammtisch
Seit kurzem organisieren wir als SoLawi-Gemeinschaft einen Stammtisch, der zum einen dem internen Austausch des SoLawi-Kollektivs dient. Zum anderen wollen wir den Stammtisch aber auch als Vernetzungs- und Diskussionsraum gemeinsam mit anderen Interessierten nützen.
Wir sind davon überzeugt, dass Solidarische Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu Ernährungssouveränität leisten kann. Gleichzeitig wollen wir uns gemeinsam mit anderen Interessieren und engagierten Menschen anschauen, was es darüber hinaus für Ideen und Konzepte gibt, die sich in Zeiten einer multiplen Krise – ökologisch, sozial als auch wirtschaftlich – mit zukunftsfähigen Alternativen zu existierenden Systemen beschäftigen.

Foodcoop
Vor kurzem fand schließlich der erste „offene“ Stammtisch statt, bei dem wir uns mit Foodcoops (dt. Lebensmittelkooperativen) auseinandergesetzt haben. Zu unserer Überraschung und Freude kamen neben einigen SoLawi-Mitgliedern auch ca. 13 weitere Interessierte, sodass wir schon die halbe Weinstube Szemes „besetzt“ haben 😀

Foodcoop-StammtischEine Foodcoop kann als Lebensmittel(einkaufs)gemeinschaft verstanden werden, die in Eigenorganisation ökologische und sozial gerecht erzeugte Produkte direkt von lokalen Bäuerinnen und Bauern bezieht. Es gibt mehrere Formen von Foodcoops: von kleinen Bestell-Foodcoops über Lager-Coops bis hin zu sehr großen Mitglieder-Läden, die selbst Angestellte haben. Bei Foodcoops geht es meist nicht nur um eine Veränderung des individuellen Konsums, sondern sie verstehen sich auch als Ausdruck der Kritik am gängigen Agrar- und Lebensmittelsystem, das stark von Supermärkten (und damit Konzernen) und der Agrarindustrie dominiert ist. Beim „Bio“ oder „Fair Trade“ der Foodcoops steht weder das hübsche (Mogel-)Etikett noch das Gütesiegel im Vordergrund. Stattdessen soll gemeinsam bestimmt werden, worauf es ankommt. Auf die ökologisch, nachhaltigen und sozial gerechten Produktionsbedingungen, auf das Ausschalten großer Zwischenhändler*innen, auf geringe Transportwegen, auf faire Preise oder auf solidarische Wirtschafts- und Lebensweisen. Vieles ist möglich, und die Foodcoop-Gruppe bestimmt selbst über die ihr wichtigen Aspekte.

Wer mehr über Foodcoops erfahren möchte, hier ein paar empfehlenswerte Links (die wir auch beim Verfassen dieses Artikels genützt haben):
Foodcoops Österreich
Foodcoop-Artikel „Zwischen Karotten, Widerstand und Autonomie“ (S.20-21)
Foodcoop-Broschüre

Nach einem kurzen Input über Foodcoops gab es eine rege Diskussion über das Potential dieses Modells. Viele waren sofort begeistert und haben gemeinsam überlegt, wie hier im Südburgenland eine Foodcoop aufgebaut werden könnte. Auch über mögliche Herausforderungen wie bspw. der Transport von Lebensmitteln wurde gesprochen. Alles in allem ein anregender Gedankenaustausch – und am Ende waren sich alle einig: Wir wollen uns auf jeden Fall wieder treffen und zum Thema Foodcoop weiterdenken!

Mitmachen
Wer von euch am Thema Foodcoop interessiert ist und bei den nächsten Foodcoop-Treffen dabei sein möchte, kann sich gerne mit uns in Kontakt setzen.
(Die Foodcoop-Vernetzung ist absolut unabhängig von der SoLawi, jedoch gibt es [vorerst noch] keine eigene Foodcoop-Kontaktstelle, sodass wir gerne dabei helfen, Interessierte mit der Foodcoop-Gruppe zu vernetzen.)

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